Übergewicht

Übergewicht – nicht nur ein zahnärztliches Thema

Heute werfen wir einen Blick über den Tellerrand und unser Fachgebiet hinaus: Übergewicht ist zwar eher ein Thema der Allgemeinmediziner, wir als Zahnärzte sehen unsere Patienten teilweise aber sehr viel häufiger und stehen daher in der Sorgfaltspflicht, Sie auch über das immer akuter werdende Problem des kindlichen Übergewichts zu informieren.

Bereits in den Jahren 2010-11 wurde in Griechenland eine Studie mit Schulkindern durchgeführt, um die Häufigkeit von Adipositas (krankhafter Fettleibigkeit) zu errechnen. Die teilnehmenden Kinder wurden untersucht, gewogen und gemessen und nach ihren Ernährungsgewohnheiten sowie nach ihren Freizeitaktivitäten befragt. Die Studie ergab, dass 24,8% der Kinder ein über der Norm liegendes Körpergewicht hatten und 8,8 % bereits adipös waren.

Desweiteren erläuterte die Studie, dass ein Unterschied festzustellen sei zwischen der allgemeinen Adipositas des ganzen Körpers und der abdominalen Adipositas, die sich auf den unteren Bauchraum beschränkt. Häufig wird bei Kindern bloß die erstere diagnostiziert, die einen großen genetischen Aspekt und umweltbedingte Ursachen hat. Die abdominale Adipositas scheint ihren Ursprung besonders in der falschen Ernährung und der fehlenden körperlichen Aktivität zu haben.

Die Kinder der Studie, bei denen eine abdominale Adipositas nachgewiesen werden konnte, frühstückten im Schnitt selten bis gar nicht und nahmen allgemein weniger geregelte Hauptmahlzeiten zu sich und ernährten sich stattdessen unregelmäßig mit Fastfood und zuckerhaltigen Getränken. Hinzukommend beschäftigten sich die betroffenen Kinder hauptsächlich im Sitzen und waren auch sonst körperlich inaktiver als die gesunden Kinder.

Eine aktuellere Studie aus Norwegen (Donkor, Grundt et al.) untersuchte 1895 Kinder vor ihrer Einschulung. Es wurden die Körpergröße und das Gewicht ermittelt. Hinzukommend sollten die Eltern einen Fragebogen zu sozialen, demografischen und gesundheitlichen Parametern, sowie zu Ernährungs- und Verhaltensgewohnheiten innerhalb der Familie ausfüllen. Wenn vorhanden, wurden Daten zur körperlichen Verfassung und Gewohnheiten der Mutter während der Geburt des Kindes mit in die Studie einbezogen. Schließlich kam heraus, dass 9,1% der Jungs und 8,5% der Mädchen untergewichtig, 10,4% der Jungs und 13,1% der Mädchen übergewichtig, und 3,7% der Jungs und 4,2% der Mädchen sogar adipös waren. Eine statistische Betrachtung ergab, dass die übergewichtigen Kinder häufig einen Fernseher im Zimmer hatten, sich weniger bewegten als Gleichaltrige und auch vermehrt kariöse Läsionen aufwiesen. Desweiteren scheinen auch noch viele andere Kofaktoren Einfluss auf das Gewicht zu haben wie Raucher in der Familie, Alter und Bildungsgrad der Eltern, Geburtsgewicht und Gewichtsentwicklung der Mutter während der Schwangerschaft, Stillzeit, Anzahl der Geschwister und einige andere.

Achten Sie deshalb nicht nur der Zähne zuliebe auf die gesunde Ernährung ihres Kindes! Auch in jungen Jahren kann Übergewicht bereits zu Herz-Kreislauf-Problemen führen und schlimme Folgen haben. Zudem wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, das Übergewicht unter Kontrolle zu bringen und die Lebensgewohnheiten zu ändern. Helfen Sie also ihrem Kind bei diesem schwierigen, aber absolut notwendigen Schritt. Holen Sie sich Informationen und Tipps bei uns und vor allem bei dem Kinderarzt ihres Vertrauens. Ihre Kinder werden es Ihnen später danken!

 

Ihre Zahnarztpraxis Dr. Melanie Elger

 

 

(anlässlich der Artikel „Prävalenz und Lifestyle-Faktoren von abdominaler Adipositas bei Kindern“ in „IME Wissenschaftlicher Informationsdienst 5/2016″ und „Determinanten für Unter-, Übergewicht und Adipositas bei norwegischen Kindern“ in „IME Wissenschaftlicher Informationsdienst 3/2017)